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Antrag für die Erstellung eines Kulturentwicklungskonzepts für die Stadt Stollberg und seine Ortsteile durch ein externes Fachunternehmen

Wir als Fraktion teamSO – Gemeinsam für Stollberg und Ortsteile stellen hiermit den Antrag, ein erfahrenes, renommiertes und externes Fachunternehmen mit der Erstellung eines kommunalen Kulturentwicklungskonzepts zu für die Stadt Stollberg und seine Ortsteile zu beauftragen.

Begründung des Antrags

Unsere Stadt verfügt über eine sehr hohe Anzahl an Kultureinrichtungen und kulturellen Angeboten – im Verhältnis zu unserer vergleichsweise geringen Einwohnerzahl. Gleichzeitig wird die Bevölkerung im Durchschnitt immer älter und die Einwohnerzahl in unserer Region geht deutlich zurück. Es dürfte sehr herausfordernd werden, die Einwohnerzahl in Stollberg durch Zuzug zu halten. Das ist eine zentrale strukturelle Herausforderung, die in den kommenden Jahren voraussichtlich zu weiter sinkenden Einnahmen und veränderten Bedarfen führen wird. Die angespannte Haushaltssituation, die sich sowohl aktuell als auch perspektivisch verschlechtert, erhöht zusätzlich den Handlungsdruck. Eine lebendige Kulturlandschaft ist ein positives Signal für junge Menschen, sich in Stollberg anzusiedeln und ein wichtiger Faktor, um der Vereinsamung älterer Menschen entgegenzuwirken.

In dieser Ausgangslage ist es unabdingbar, unsere kulturelle Infrastruktur nicht dem Zufall, Einzelentscheidungen oder kurzfristigen Sparzwängen zu überlassen. Stattdessen braucht es eine professionell gesteuerte, langfristige und ganzheitliche Strategie, die sowohl finanzielle Realitäten als auch kulturelle Bedürfnisse berücksichtigt. Dies kann nur ein fachlich spezialisiertes Unternehmen leisten, das über Expertise und nachweisbare Referenzen in Kulturentwicklungs- und Beteiligungsprozessen verfügt. Innerhalb der Stadtverwaltung bzw. städtischen Betrieben ist die entsprechende Expertise nicht mehr vorhanden.

Dabei ist besonders hervorzuheben, dass viele unserer kulturellen Angebote durch Vereine, Ehrenamtliche und Selbstständige getragen werden. Diese Strukturen stellen für die Stadt eine erheblich kostengünstigere Lösung dar, als wenn die Stadt oder die DGS Dienstleistungsgesellschaft Stollberg mbH die Einrichtungen selbst betreiben. Ein Kulturentwicklungskonzept hilft daher maßgeblich dabei, diese wertvollen, kosteneffizienten Strukturen zu stabilisieren, zu stärken und gezielt weiterzuentwickeln. Zu berücksichtigen ist ebenfalls der Erhalt der Dorfzentren, die essentiell für das gesellschaftliche Leben der Ortsteile sind und oftmals vergleichsweise kostengünstigere Kulturangebote bieten.

Uns ist bewusst, dass die Erstellung eines solchen Konzepts Kosten verursacht. Doch ohne ein fundiertes Kulturentwicklungskonzept ist das Risiko deutlich höher, dass:

  • unkoordinierte Kürzungen zu langfristigen Schäden in der kulturellen Infrastruktur führen,
  • finanzielle Mittel ineffizient eingesetzt werden,
  • Doppelstrukturen bestehen bleiben, während relevante Bedarfe übersehen werden,
  • Chancen auf Fördermittel verloren gehen, weil strategische Grundlagen fehlen,
  • die Stadt kulturell und gesellschaftlich an Attraktivität verliert.

Die möglichen Verluste – sowohl finanziell als auch strukturell – übersteigen die Kosten für ein Konzept aus unserer Sicht bei weitem.

Inhalte eines Kulturentwicklungskonzepts

Ein erstelltes Kulturentwicklungskonzept soll insbesondere die folgenden Bausteine umfassen:

  1. Umfassende Bestandsaufnahme und Analyse
    ○ Erfassung aller kulturellen Einrichtungen, Projekte, Initiativen, Vereine, und Träger sowie eine detaillierte Analyse ihrer Nutzung, finanziellen und personellen Ressourcen
    ○ Untersuchung der aktuellen und zukünftigen Bedarfe der Kulturschaffenden sowie der unterschiedlichen Zielgruppen (z. B. verschiedene Altersgruppen, soziale Schichten, etc.)
    ○ Erfassung der kulturellen Angebote in Bezug auf geographische Verteilung, Angebotsvielfalt und Zugänglichkeit
  2. Qualifizierte Beteiligungsprozesse
    ○ Einbindung aller relevanten Akteure, wie Kulturschaffende, Vereine, Initiativen, Ehrenamtliche, Bürgerinnen und Bürger sowie Vertreter aus Verwaltung und Politik
    ○ Durchführung von Workshops, Interviews und Dialogformaten, um die Bedürfnisse der Kulturszene und der Stadtgesellschaft transparent und partizipativ zu ermitteln
    ○ Moderation durch Fachleute, um den Dialog zu leiten und sicherzustellen, dass alle Perspektiven gehört und in die Konzeptentwicklung einbezogen werden
  3. Entwicklung klarer Leitlinien und Zukunftsziele
    ○ Formulierung von kulturpolitischen Grundsätzen und langfristigen Zielen für die Kulturarbeit in unserer Stadt
    ○ Festlegung von strategischen Schwerpunkten, wie z. B. kulturelle Bildung, digitale Transformation, Förderung von kultureller Teilhabe, Schaffung von kooperativen Netzwerken und nachhaltiger Raumnutzung
  4. Konkrete Maßnahmenplanung
    ○ Entwicklung von konkreten Handlungsempfehlungen und umsetzbaren Projekten für die einzelnen Kultureinrichtungen, Träger und Initiativen
    ○ Vorschläge zur Zusammenarbeit und Vernetzung zwischen bestehenden Institutionen und kulturellen Akteuren
    ○ Optimierung der Ressourcenverwendung und Stärkung von Ehrenamt und freiwilligem Engagement als kosteneffiziente Lösung für die Stadt
    ○ Entwicklung und Vorschläge zur Aufbau- und Personalstruktur
    ○ Vorschläge für die bessere Kommunikation der Kulturangebote
    ○ alle Punkte unter Berücksichtigung eines verantwortungsbewussten Umgangs der begrenzten Haushaltsmittel
  5. Kosten-, Finanzierungs- und Umsetzungsplanung
    ○ Detaillierte Kostenschätzungen und Priorisierung der geplanten Maßnahmen
    ○ Entwicklung von Finanzierungsmöglichkeiten, einschließlich der Prüfung von externen Fördermitteln, Kofinanzierungen und Synergien zwischen verschiedenen Kulturträgern
    ○ Realistische Umsetzungshorizonte und Identifikation von Schlüsselakteuren zur Verantwortung
  6. Monitoring und Verstetigung
    ○ Vorschläge zur regelmäßigen Überprüfung der Fortschritte und zur Anpassung der Strategie in den kommenden Jahren
    ○ Etablierung von Mechanismen zur langfristigen Sicherung der kulturellen Infrastruktur und zur Kontrolle der Wirkung des Kulturentwicklungskonzepts
  7. Einbindung Nachbargemeinden
    ○ Prüfung von Synergien & Erfahrungen

Unser Antrag für die Erstellung eines Kulturentwicklungskonzepts

Wir beantragen daher:

  1. Die Stadtverwaltung wird beauftragt, nach entsprechenden geltenden Regeln (Ausschreibungsverfahren usw.) ein erfahrenes, externes Fachunternehmen mit der Erstellung eines kommunalen Kulturentwicklungskonzepts zu betrauen.
  2. Die hierfür erforderlichen finanziellen Mittel sind nach vorheriger Prüfung von Fördermitteln im Haushalt einzustellen; gleichzeitig soll deutlich werden, dass eine Nicht-Erarbeitung des Konzepts voraussichtlich zu höheren Kosten und strukturellen Verlusten führen würde. Als Gegenfinanzierung könnten die eingesparten Mittel für die nicht nachbesetzte Stelle “Leitung Kultur- Tourismus- und Stadtmarketing” für 2026 verwendet werden.
  3. Das ausgewählte Fachunternehmen soll den Prozess in enger Abstimmung mit Verwaltung, Kulturschaffenden und dem Stadtrat durchführen.
  4. Das fertige Konzept soll dem Stadtrat innerhalb von 15 Monaten zur Beratung und Beschlussfassung vorgelegt werden.

Mitmachen bei teamSO

teamSO lebt von Ideen, Engagement und der Bereitschaft, Stollberg aktiv mitzugestalten. Wir sind eine offene Wählervereinigung, in der jeder seine Perspektiven, Anregungen und Visionen einbringen kann – unabhängig von Parteizugehörigkeit oder politischer Erfahrung. Uns verbindet der Wunsch, Stollberg und seine Ortsteile lebenswerter, nachhaltiger und zukunftsfähiger zu machen.

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